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Zitat des Tages ...

"George Romero wurde gefragt: 'Warum drehen Sie Zombie-Filme?'. Er sagte: 'Sehen Sie sich doch um ...'"

Marcel, alias DJ Schmid; Experte für Sicherheitsfragen, Betreiber eines Plattenlabels, unermüdlicher Kämpfer für die Erhaltung der von vielen totgesagten Musikstile Italo Disco und Eurodance, unerschütterlicher Verfechter selbständigen Denkens ...




Wer Romeros Zombie-Tetralogie (dasselbe wie eine Trilogie, mit vier Teilen ...) "Night Of The Living Dead", "Dawn Of The Dead", "Day Of The Dead" und "Land Of The Dead" kennt und ein paar halbwegs funktionierende Gehirnzellen hat, der weiss, dass es sich bei den Streifen um mehr handelt als blosse Splatter-Orgien; Rassenproblematik, Konsumkritik, rivalisierende Gesellschaftsschichten, Kampf der Systeme, Umwälzung, Revolution ... blutig, weil jede tiefgreifende Veränderung nunmal ihre Opfer fordert ...
Doch im vorliegenden Zitat gehts um was anderes, es geht um den Menschen als Teil einer triebgesteuerten Masse, in der jeglicher Ansatz von Individualität und Selbständigkeit untergeht im dumpfen Einerlei des kollektiven Gleichklangs ...

Dazu passt ein Auszug aus einem Weltwoche-Interview mit Harald Schmidt.
Zunächst zitiert der Interviewer den Philosophen Sloterdijk:

"Die Machthaber können zu allen Zeiten getrost davon ausgehen, dass es der allergrössten Mehrheit der Menschen vor der Freiheit graut und dass sie keinen tieferen Antrieb kennt als den, ihre Freiheit aufzugeben, Gefängnisse um sich zu errichten und sich vor alten und neuen Götzen niederzuwerfen."

Hierzu, konkretisierend, Schmidt:

"Die breite Masse braucht einen klaren Ablauf, wie die Woche zu funktionieren hat, wie der Tag zu funktionieren hat, wie der Urlaub zu funktionieren hat
(...)
Der Mensch sagt, er will frei sein, aber ich habe da meine Zweifel. Der Mensch will Anleitung.
er will, dass man ihm sagt, um acht Uhr Frühstück, um zehn Gymnastik, um zwölf Batiken, von zwölf bis zwei freie Gestaltung, aber organisiert."


Jawohl ..!
Maschinen seid ihr, alle miteinander ..!!
Gib Input, erhalte den gewünschten, kalkulierten Output ..!
Und ist das Programm mal off, ist die Maschine nicht mehr lebensfähig.
Mitbewohner H. ist ein Paradebeispiel ...

Eines meiner liebsten Unwörter ist ja die "Tagesstruktur", die wir angeblich alle brauchen, um zu existieren. Wehe dem, der abzuweichen wagt ..!
Stopft ihm das Maul, dem Abweichler, zurück mit ihm auf den Pfad der GeRechten, verpasst ihm ne "Tagesstruktur", aber fix ..!

Manche Individuen muss man tatsächlich auf diese Weise unter Kontrolle halten ...

Oder die "Lücke im Lebenslauf", die ja ein absoluter "Jobkiller!" sein soll ...
Lücke, wovon ..?! Vom Leben ..?! Eine temporäre Nichtexistenz, weil ausserhalb arbeitsmarktlicher Bahnen verlaufend ..?! Im Nichts nichts geltender, schlichtweg nichtiger Nichtkonformität ..?!

Und was, bitteschön, soll eigentlich ein akademisch gebildeter Freidenker wie ich tun ..?!
Nicht gewillt, die Rosinen dem ganzen mittelmässigen Pack da draussen zu überlassen und zu darben wie ein Herr Albin und doch unangepasst und unbequem und so auffallend anders als die meisten anderen, dass es kaum auszuhalten ist ..?!

Er kann sich den Normen des Arbeitsmarktes beugen, so wie ich es derzeit tue ...
Funktionieren.
Annähernd jeden Lebensfunken unterdrücken.
Morgens raus. Büro. Akten wälzen. Telefonate. Nein, nicht der schon wieder. Feuer löschen. Kohle beschaffen. Anheizen. Raus mit den Mahnungen. Sich mit (aus aktuellem Anlass zensuriert) Vorgesetzten auseinander setzen müssen. Hin und wieder ein Ansatz, ein Strohfeuer an Emotionen auf Seiten eines glücklichen Klienten, dem geholfen werden konnte. Nix da, weg damit!, hier hat die Monotonie der Leidenschaftslosigkeit zu herrschen, alles andere unter sich begrabend! Zu früh (mit)gefreut!, dem Arbeitsplan hinterher gehinkt, das hat man nun davon! Überstunden. Endlich Feierabend. Schlafen. Je früher, desto besser, denn ... Nächster Tag, neues "Glück" ...
Haben wir heute Mittwoch? Oder Donnerstag? Bald Wochenende? Nein, schon wieder Wochenanfang, Montag, der "Wahnsinn" beginnt von Neuem, wie einer meiner Fans einst schrieb ...
Die Jahre vergehen, wie im Flug.
Verfliegen ... kommen nicht wieder ...

Noch nie war mir derart bewusst, worum es in "Fight Club" eigentlich geht ...
Ein "Kultfilm" ... bin ich also doch nicht der einzige ..?!
Hat die ständige physische Präsenz des an vorderster (Zombie-)Heeresfront im Gleichschritt marschierenden Zinnsoldatchens H. etwa meine Sicht der Dinge getrübt ..?!

Lasst mich euch in die Fresse hauen ..!
Nein, besser noch, seid ihr es, die mich haut ..!!


Oder wie tobt doch der greise Gallier Methusalix, als er bei einer Dorfschlägerei mal wieder aussen vor gelassen wird ("Ich kann doch dieses alte Wrack nicht schlagen!" ...) und alleine vor sich hin toben muss:

"Ich hab das Recht, dass man mich schlägt! Ich will, dass man mich schlägt!"

Hauptsache spüren ... irgendwas spüren ...

18.1.07 01:41
 


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