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Den Blüemli den Grind abhauen

Zitat: "Die Schweiz muss halt ein Rasen sein, und wenn ein Blüemli seinen Grind zu weit oben hat, wird er abgehauen."
Fredi M. Murer (in NZZ am Sonntag).

Beim Lesen dieses Zitats sind mir zwei Frauen eingefallen. Beide Musikerinnen, beide aus der Schweiz, und beide des öfteren milde belächelt. Beide habe ich Anfang Dezember live gesehen - und beide haben mich stark beeindruckt.

Carmen Fenk - ja, die ersten Schweizer Musik Star Gewinnerin - hatte bei ihrem Auftritt von vorneherein ein paar Handicaps. Erstens sprang sie als Ersatz für Polo Hofer ein, der an jenem Abend absagen musste, zweitens trat sie vor heimischem Publikum (zuhause ist man ja bekanntlich am wenigsten Wert) auf und drittens war ihre Begleitband, die aus mir unerklärlichen Gründen scheins auch die von Polo Hofer ist, grottenschlecht (Wenn mir eine Steigerung zu "grottenschlecht" einfallen würde, würde ich jenes Wort benutzen). Sprich, Carmen Fenk hatte schlechte Karten an jenem Abend. Eine sackstarke Vorband ( "Bad to the Bone" ) legte die Messlatte sehr hoch. Dann wartete alles auf die angekündigte Carmen Fenk - aber Route 66 spielte erst einmal eine halbe Stunde allein und die Stimmung sackte im freien Fall auf Gefriertemperatur ab. Dann kam Carmen. Mit einer Stimme, die einem die Härchen auf den Armen aufstellte. Mit einer Energie, die für ein ganzes Dorf einen Abend lang Strom erzeugen würde. Professionell (obwohl ich mir sicher bin, dass sie entsetzt war über die musikalische Qualität "ihrer" Begleitband). Überzeugend. Genial gut. Kein Blüemli, sondern eine strahlende Blume. Um diese Blume nicht wachsen zu lassen, schreibt die Presse abwertend über ihre Körperfülle, über ihre Gospel-Auftritte (für die ein Bo Katzman gelobt würde), über ihren Nichterfolg.

Die andere "Blume" war für mich eine Überraschung. Mia Aegerter, auch sie redzuiert auf das Image des herzigen, unbedarften Trällerblümchens, legte einen souveränen Auftritt hin. Expermimentierte. Wagte Neues. Harmonierte mit ihren Musikern und hatte sichtlich Spass an dem, was sie tat. Ein schlichter Auftritt, ein guter Draht zum Publikum, keine Anbiederung, keine Angst davor, ihre Zuhörer mit ungewohnten Klängen zu konfrontieren.

Vielleicht sollten wir ab und zu darüber nachdenken, welchen "Blüemli" wir da recht unbedarft den Grind abschneiden, ohne ihnen je richtig zugehört zu haben.

Zappadong

 

28.1.07 09:07
 


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bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Dany / Website (28.1.07 17:06)
Treffendes Zitat und ein Thema, das auch ich mir hätte aussuchen können ..!

Bald bin ich hier überfllüssig ...

Über das Schicksal in die Höhe schiessender "Blüemli" unter dem Terror der helvetischen Rasenpflegekunst muss mir natürlich keiner was erzählen ...

Und was die Fenk betrifft; ich glaube nicht, dass man ihr die Karriere nicht gönnt. Aber für den Hitparaden-Erfolg ist die einfach zu dick und unweiblich und sowas lässt der visuell konsumiernde Durchschnittskonsument einfach nicht mit sich machen ...
Auf der kleinen Kultur-Bühne, leicht abseits des Mainstreams, ist sie allerdings sehr gut aufgehoben ...


Zappadong / Website (28.1.07 18:04)
Einspruch: Ich finde, die Carmen sieht absolut klasse aus! Echt.


Dany / Website (29.1.07 00:27)
Da ist die Mehrheit, ich eingeschlossen, nunmal nicht ganz deiner Meinung ...
Für einen weiblichen Popstar zu wenig sexy - und wohl auch zu wenig formbar - und für eine "Charaktersängerin" zu jung ...

So in etwa lautet ihr Misserfolgsrezept ...


Zappdong / Website (29.1.07 08:21)
Carmen ist auch kein weiblicher Weichspüler Popstar. Solche sexy Dingerchen gibt es eh genug. Wird schon werden mit der Carmen! Sie arbeitet mit Vollgas an einer neuen Produktion. Ich glaube daran.

Zappadong


Daniel Afterly (30.1.07 20:36)
Im Fall Carmen muss ich in Dany's Liedchen einstimmen. Nach ihrer eigenen Einschätzung sind Casting-Teilnehmer weder Newcomers noch arrivierte Künstler, also sozusagen nicht vermittelbar. Ich bin Carmen mal direkt gegenübergestanden. Sie mag eine nette Person sein, aber sie hat weniger Ausstrahlung als eine mattierte Glühbirne, ganz zu schweigen von ihrem opulenten Umfang. Diese Komponenten zusammen verwehren ihr jede Chance auf einen Plattenvertrag. Wenn sie es bis heute nicht geschafft hat, wieso sollte sie es in Zukunft schaffen? Zudem klebt das MusicStar-Label an ihr wie ein Kaugummi an der Schuhsohle. Ich bin kein Miesepeter, aber so realistisch sollten wir sein.

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